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Ätherische Öle werden mittels unterschiedlicher Analysemethoden untersucht, um deren Qualität festzustellen. Leider sind die gängisten Methoden sehr unzureichend um Verschnitte und Verpanschungen mit anderen ätherischen Ölen oder synthetischen Zusätzen festzustellen.
Und so muss man sich fragen, wer liefert die Analyse und wer kontrolliert diese. Denn in den meisten Fällen wird sich einfach auf das mitgelieferte Analysenzertifikat des Lieferanten verlassen, aber wer kontrolliert den Lieferanten auf Qualität?
Wer natürlich bereits den botanischen Namen und den deutschen Namen mit unterschiedlichen Pflanzen deklariert, hat zumindest eines - keine Qualität. Auch gibt es keine gesetzliche Regelung weder im deutschen oder europäischen Recht (auch nicht im LMBG), die regelt, dass die Bezeichnung “naturrein” ein naturreines Produkt darstellt. Hier wird nur das Wunschdenken der Verbraucher nach Qualität angesprochen.
Aber mit welchen Prüfmethoden wird die Qualität eines ätherischen Öles festgestellt?
Organoleptische Prüfung
Diese Prüfung dient dem Duft, Geschmack, Farbe und Konstistenz des ätherischen Öles, das von Fachleuten aufgrund Nasen- und Augenschein erfasst wird. Es ist eine rein optische und geruchliche Prüfung des ätherischen Öles.
Prüfung der physikalischen Kenndaten
Hier wird das spezifische Gewicht (Dichte), der Lichtbrechungs-Index, die optische Drehung (Polarisation) und die Löslichkeit in Alkohol erfasst. Dies sind langjährige Methoden, die im Apothekenlabor erfasst werden können. Eine Identitäts-und Reinheitsprüfung stellen sie jedoch nicht dar.
Gaschromatografische Prüfung (GC)
Der absolute Standard ist leider immer noch die GC. Hier bestimmt man ein ätherisches Öl nach Inhaltsstoffen. Durch Druck auf das ätherische Öl wird die Menge der jeweiligen Moleküle und der Austrittszeitpunkt bestimmt. Anschließend vergleicht man die Inhaltsstoffe von bereits protokollierten und für gut befundenen Mustern mit dem Ergebnis, ob man es mit dem gleichen Öl zu tun hat.
Aber mit diesen Prüfmethoden lassen sich leider keine Verfälschungen in einem ätherischen Öl aufzeigen. Verfälschungen mit rein synthetischen Inhaltsstoffen und Verschnitten mit anderen ätherischen Ölen kommt man mit solchen Untersuchungen nicht auf die Spur.
Massenspektralanalyse (MS)
Mit der Massenspektralanalyse kann man industrielle Bearbeitungen und grobe Verfälschungen im ätherischen Öl aufdecken. Wer allerdings industriell bearbeitete ätherische Öle anbietet, der braucht für ein solches Verfahren kein Geld auszugeben, denn es macht wenig Sinn in Analysemethoden zu investieren, um seine eigenen Bearbeitungsschritte aufzuzeigen.
Bei dieser Methode kann man herausfinden
- wenn fette Öle oder Lösungsmittel zum Strecken eines ätherischen Öles benutzt wurden
- synthetische Substanzen, wie z.B. Benzylalkohol zugegeben wurden
- Deterpeniert, d.h. dem ätherischen Öl (meist wird dies bei den Nadelhölzern praktiziert) wurden die Monoterpene entzogen
- Rekifiziert, d.h. es wurden einzelne Inhaltsstoffe entfernt
- wenn bei der Destillation nachlässig gearbeitet wurde
Verfälschungen mit synthetischen Inhaltsstoffen der einzelnen ätherischen Öle (wie z.B. synthetisches Linalool beim Lavendelöl) kann man allerdings mittels der MS nicht nachweisen.
Eantiomerentrennung oder chirale GC
Mittels der chiralen GC lassen sich selbst feinste Zugaben synthetischer Inhaltsstoffe nachweisen. Allerdings lassen nur die allerwenigsten Anbieter ihre gesamten ätherische Öle mittels chiraler GC analysieren. Denn mittlerweile gibt es die Pflicht nur für einige wenige ätherische Öle, die als sogen. Pharmazieöle gelten, eine chirale GC durchzuführen.
Rückstandskontrollierte ätherische Öle
Eine weitere Prüfmethode ist die Schadstofffreiheit und vor allem die Prüfung auf Lösungsmittelrückstände. Diese entstehen hauptsächlich bei der Extraktion mit Hexan, denn das Hexan wird anschließend mehr oder weniger abgedampft. Wer allerdings bei der Extraktion das verwendete Lösungsmittel nicht angibt, braucht sich um diesen Punkt auch nicht zu kümmern.
Ätherische Öle in immer gleichbleibender Qualität
Hinter diesem Begriff finden sich standardisierte ätherische Öle, die auf eine immer gleichbleibende Inhaltsstoffzusammensetzung gebracht wurden. Die Industrie benötigt eine solche Qualiät zur Herstellung von kosmetischen und Arzneimitteln. Dies vereinfacht den Herstellungsprozess um einiges, da die unterschiedliche Dosierung ätherischer Öle je Charge entfällt und das Ausgangsmaterial sehr preiswert ist.
Auf den Anbau der Pflanzen wird hier wenig geachtet, denn da eh mit synthetischen Verschnitten gearbeitet wird, ist es auch egal ob die Ernte hochwertige oder minderwertige Inhaltsstoffzusammensetzungen ergibt. Wichtig ist hier die robuste Sortenauswahl der Pflanzenzüchtungen, die maschinelle Ernte der Pflanze und die Ergiebigkeit des ätherischen Öles.
Ein bekannter Vertreter ist hier der Lavendel Mont Blanc, der nicht wie der Name verspricht am Mont Blanc angebaut wurde. Denn dort finden sich schon lange keine Lavendelfelder mehr. Sondern die Handelsware, die unter diesem Namen vertrieben wird, weist einen Estergehalt zwischen 38 - 40 % auf. Liegt der Estergehalt des Ausgangsmateriales darunter wird mit synthetischem Linalool nachgeholfen. Man sollte bedenken, dass ein naturbelassenes Lavendelöl einen höheren Esterwert aufweist. Der Handelsbegriff Lavendel Barreme steht nicht für den wilden Berglavendel, der in aufwändiger Handarbeit gesammelt wird, sondern für einen standardisierten Estergehalt von 50 - 52 % .
Ein Chargensystem entfällt, denn eine standardisierte Ware mit immer gleichbleibenden Inhaltsstoffen braucht kein Chargensystem. Denn hier haben alle Öle, egal wann oder wo auf der Welt geerntet und verarbeitet wurden immer diesselbe Inhaltsstoffzusammensetzung.
Primavera-Qualität
Die allermeisten meiner ätherischen Öle stammen von der Fa. Primavera. Alle ätherischen Öle dieser Firma unterliegen einer ständigen Prüfung: Prüfbogen, Rückstellmuster, Chargensystem und regelmäßige Untersuchungen mittels Gaschromatographie und chiraler Gaschromatographie und Massenspektralanalyse garantieren für Reinheit und Qualität. Auch ist Primavera nach DIN ISO 9001 zertifiziert und lässt ihre Qualitätsaussagen jährlich überprüfen. Primavera ist Mitglied im Demeter-Bund, BDIH Arbeitsgruppe für Naturkosmetik, International SPA Association, Deutscher Sauna-Bund eV und im internationalen Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik eV
Der biologische Landbau stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, denn Primavera unterhält eigene Anbauprojekte und Destillen.
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