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 Alles über Hydrolate

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Hydrolate - die duftenden Pflanzenwässer

Hydrolate werden zumeist als Nebenproduktion bei der Wasserdampf-
Destillation der ätherischen Öle gewonnen. Aber es gibt auch Ausnahmen wie z.B. Hamamelis, die nur zur Hydrolatgewinnung destilliert wird. Ein ätherisches Öl lässt sich aus dieser Pflanze nicht gewinnen. Hydrolate sind das Destillationswasser, also der bei der Kondensation verflüssigte Dampf.

Grundsätzlich haben Hydrolate eine andere Wirkung, als das ätherische Öl einer Pflanze. Denn sie enthalten eine komplett andere Inhaltsstoffzusammensetzung und haben somit eine andere Wirkung auf Körper und Seele. Auch liegt der Anteil des ätherischen Ölgehaltes im Destillationswasser unter 1 %, beim Lavendelhydrolat sind es sogar nur 0,1 %. Ansonsten findet man in einem Hydrolat noch Säuren und Alkaloide.

In einem ätherischen Lavendelöl liegt der Inhaltsstoff Linalylacetat bei ca. 38 %, während dieser im Hydrolat bei unter 1 % liegt, beim Inhaltsstoff Linalool dagegen, ist der Gehalt im Hydrolat höher und erreicht ca. 46 % zu ca. 37 % im ätherischen Öl. Auch sind die kritischen Inhaltsstoffe, wie Kampher, Pulegon oder Borneol aufgrund ihrer leichteren Löslichkeit in höheren Konzentrationen im Hydrolat zu finden. Das macht verständlich, warum sich ätherisches Öl und Hydrolat im Duft unterscheiden. Und manche Hydrolate nicht für jeden Hauttyp geeignet sind.

Das größte Problem eines Hydrolates ist seine Haltbarkeit und die Verkeimung. Denn die im Hydrolat enthaltenen ätherischen Öle sind viel zu gering, um es zu konservieren. Auch bleiben die Inhaltsstoffe im Hydrolat nicht stabil und es entstehen Abbauprodukte.

Gerade wegen der Haltbarkeit werden die Hydrolate meist mit Alkohol konserviert. Allerdings führt der Alkoholanteil bei einer empfindlichen Haut zu Reizungen, wie Austrocknung oder Spannungsgefühl und in einigen Fällen auch zu Hautirritationen. Für bestimmte Anwendungen eignen sich mit Alkohol versetzte Hydrolate nicht. Bei Verwendungen, wie z.B. Augenkompressen muss das mit Alkohol versetzte Hydrolat auf 40° C im Wasserbad erhitzt und wieder abgekühlt werden, um den Alkoholgehalt zu senken.

Leider werden Hydrolate oft verfälscht angeboten, denn es sind mehr Pflanzenwässer auf dem Markt erhältlich, als produziert werden. Gerade bei den preisgünstig angebotenen Rosen- und Orangenblütenwässern ist Vorsicht geboten, handelt es sich hier doch meist um ein destilliertes Wasser, dem man synthetische Duftstoffe beigegeben hat. Denn eine Beigabe von ätherischen Ölen findet nicht statt, da diese für eine solche Produktion zu teuer sind.

Hydrolate eignen sich hervorragend

- zur Hautpflege, als Gesichts- und Rasierwasser, in Cremes, Lotionen,
  für Kompressen und zum Inhalieren, sowie in der Babypflege.

- in der Aromaküche

- - für Kompressen und Umschläge
 

Die wichtigsten Hydrolate sind:

Hamameliswasser
Botanischer Name: Hamamelis virginiana
Hamameliswasser wird als Gesichtswasser bei entzündlicher, grob-
poriger Haut verwendet. Es klärt das Hautbild, wirkt antiseptisch und belebend. Weitere Anwendungen als Rasierwasser und zum Mischen von Naturparfüms.

Kamillenwasser
Botanischer Name: Chamaemelum nobile
Kamillenwasser verwendet man als Gesichtswasser bei trockener, geröteter und entzündeter Haut. In Shampoos und Haarspülungen gegeben hellt sie blondes Haar etwas auf. Für entspannende Gesichtskompressen und als mildes Rasierwasser.

Lavendelwasser
Botanischer Name: Lavandula officinalis
Lavendelwasser eignet sich als Gesichtswasser für alle Hauttypen, besonders für die trockene Haut und bei Akne. Zur Haarpflege bei fettigem Haar,  zur Mundpflege und für Kompressen.

Melissenwasser
Botanischer Name: Melissa officinalis
Melissenwasser eignet sich als Gesichtswasser bei unreiner Haut, zur Haarpflege bei fettigem Haar, zur Mundpflege, für Kompressen bei unreiner und sensibler Haut, auch bei Quetschungen und Prellungen, zum Mischen für Naturparfüms und in der Aromaküche.

Myrtenwasser
Botanischer Name: Myrtus communis
Myrtenwasser wird seit Jahrhunderten als Schönheitswasser geschätzt und ist Bestandteil des Engelswasser. Man benutzt es als Gesichts-
wasser für alle Hauttypen, von der entzündeten, fettigen bis zur trockenen Haut mit Rötungen, in Shampoos und Spülungen bei fettiger Kopfhaut mit Schuppenbildung, in selbstgerührten Cremes,
als Rasierwasser und als Mundwasser.

Orangenblütenwasser
Botanischer Name: Citrus aurantium ssp. Aur.
Orangenblütenwasser ist als Gesichtswasser für jeden Hauttyp geeignet. Man nimmt es weiterhin zur Haarpflege, für selbstgerührte Cremes, für Kompressen, zum Mischen für Naturparfüms, als Rasierwasser bei empfindlicher Haut und in der Aromaküche.

Pfefferminzwasser
Botanischer Name: Mentha piperata
Pfefferminzwasser eignet sich als Gesichtswasser bei unreiner, entzündeter Haut. Man benutzt es auch zur Mundpflege, für Kom-
pressen, zum Mischen für Naturparfüms und in der Aromaküche.

Rosenwasser
Botanischer Name: Rosa damascena
Rosenwasser eignet sich als Gesichtswasser für jeden Hauttyp, beson-
ders für die trockene und sensible Haut. Es reinigt die Haut ohne den Säureschutzmantel anzugreifen. Man benutzt es in der Haarpflege bei Kopfhautproblemen, als Rasierwasser, für Kompressen, für selbst-
gerührte Cremes und in der Aromaküche.

Rosmarinwasser
Botanischer Name: Rosmarinus officinalis verbenon
Rosmarinwasser ist sehr geeignet als Gesichtswasser für die unreine fette Haut und bei jugendlichen Akneproblemen. Man verwendet es auch für die Haarpflege bei fettigem Haar und in der Aromaküche.

Salbeiwasser
Botanischer Name: Salvia officinalis
Salbeiwasser verwendet man als Gesichtswasser bei unreiner und fettiger Haut. Man benutzt es als Rasierwasser und für Gesichtskom-
pressen.

Sandelholzwasser
Botanischer Name: Santalum album
Sandelholzwasser eignet sich als Gesichtswasser für jeden Hauttyp. Man verwendet es für Gesichtskompressen, zum Mischen für Naturparfüms und als Rasierwasser.

Teebaumwasser
Botanischer Name: Melaleuca alternifolia
Teebaumwasser eignet sich als Gesichtswasser bei unreiner, entzündeter Haut. Man benutzt es als Mundwasser, als Rasierwasser bei fetter, unreiner Haut, zur Haarpflege bei fettigem Haar und für Reinigungsmasken.

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