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Johanniskrautöl und Hautpflege

Mehr über das Johanniskrautöl in meinem Miroque-Artikel “Die mittelalterliche Wundversorgung mit Pflanzen”.

Botanischer Name     
Hypericum perforatum
Familie
Hypericaceae - Johanniskrautgewächse

Johanniskrautöl ist ein Mazerat aus Blüten des getüpfelten Johanniskrautes. Mazerate sind Pflanzenöle, in denen eine Heilpflanze in einem Öl einige Zeit der Sonne ausgesetzt und ihre Wirkstoffe sich in das Pflanzenöl übertragen haben.

Herstellung eines eigenen Johanniskrautmazerates

Johanniskrautöl läßt sich ganz einfach selbst herstellen. Das Johanniskraut wird gesammelt, wenn es in voller Blüte steht. Die Erntezeit ist von Juni - September. Traditionell wird es zwischen der Sommersonnenwende und dem Johannistag gesammelt, also zwischen dem 21. - 24. Juni. 25 g (ca. eine Handvoll) frisch gepflückte Blüten in einen Mörser geben und zerreiben, in ein durchsichtiges Glas füllen und mit 1/2 Liter gutem Olivenöl (oder einem beliebigen anderen Öl) auffüllen.

Dieses Glas stellt man ca. 3 - 4 Wochen auf die sonnigste Fensterbank, die sich finden läßt. Das Öl bekommt in dieser Zeit eine schöne rote Farbe, weswegen man auch vom Rotöl spricht. Anschließend in eine Braunglasflasche abfiltern und etikettieren. Ein solches selbstgemachtes Mazerat ist ca. ein Jahr haltbar.

Körperliche Wirkung

Johanniskrautöl wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend, muskelentspannend, hilfreich bei Hautproblemen und bei rheumatischen Beschwerden. Es hilft bei Schürfwunden, Narbenschmerzen, Bauchschmerzen bei Babies und Kleinkindern, Neuralgien, Trigeminusneuralgie (Gesichtsneuralgie), Ischias, Gicht, Hexenschuß und Muskelzerrungen.

Vor allem aber bei Prellungen, Quetschungen, Wunden, Verbrennungen, Wundliegen und zur Pflege von Amputationsstellen ist das Johanniskrautöl gut geeignet. Hier kann man noch die Wirkung mit ätherischem Teebaum- und Lavendelöl steigern.

Das Johanniskrautöl erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut, man sollte es nicht vor dem Sonnenbaden benutzen. Aber bei Sonnenbrand ist es eines der besten Behandlungsmittel.

In der Kosmetik wirkt Johanniskrautöl beruhigend und heilt entzündete, trockene und rissige Haut. Es kann die Haut regenerieren und den Stoffwechsel der Haut aktivieren.

Die große Spezialität des Johanniskrautes ist aber seine beruhigende und nervenstärkende Kraft. Es hat seelisch aufhellende und belebende Wirkung und hilft bei Depression, nervöser Erschöpfung, Unruhe und Einschlafstörungen.

Johanniskrautöl ist auch eine gute Hilfe zur Behandlung von Wunden und Ekzemen bei Tieren.

Innerliche Einnahme

Johanniskrautöl kann auch innerlich angewendet werden. Man nimmt hierzu 1 Tl Johanniskrautöl 2 - 3 mal täglich ein. Auf 100 ml Johanniskrautöl kann man noch 15 Tropfen ätherisches Johanniskrautöl zugeben. Dies ist ein gutes Hausmittel bei Magen- und Darmschleimhautentzündungen (vor dem Essen), sowie nervösen Magenbeschwerden. Bei depressiven Verstimmungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Migräne, Wetterfühligkeit, aber auch bei Bettnässen der Kinder nimmt man 3 mal täglich 1 TL Johanniskraut ein.

Mischung zum Helfen

Wundöl

5 Tr. ätherisches Teebaumöl
7 Tr. ätherisches Lavendelöl
in 50 ml Johanniskrautöl

 

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