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Rezension zum Buch  “Der Hortulus des Walahfrid Strabo” von Hans-Dietrich Stoffler

Walahfrid Strabo war der Abt des Klosters Reichenau im 9. Jahrhundert und hat uns eines der schönsten Gartengedichte hinterlassen. Denn in dieser Zeit war es üblich Anbau-, Pflanzenbeschreibungen und Heilwirkungen in Gedichtform zu schreiben.

So hat er die Pflanzen in seinem Garten gehegt, gepflegt und darüber berichtet. Das Besondere daran ist, dass wohl sein Werk in Vergessenheit geraten ist und erst viel später wieder entdeckt wurde. Denn die Pflanzen in seinem Hortulus sind authentisch diejenigen, die in dieser Zeit auch angebaut und verwendet worden sind. Bei dem Werk von Hildegard von Bingen hat man ja das Problem, das viele Schreiber nach ihr, die ihre Werke kopierten, Pflanzen darin aufgenommen haben, die Hildegard von Bingen nicht gekannt hatte. Da manche Pflanzen erst viele Jahre nach Hildegard in unseren Breitengraden eingeführt und angebaut wurden.

Faszinierend ist auch die Aussage von Klimaforschern, die angeben, dass die Temperaturen in den Jahren zwischen 800 - 1200 n. Chr. höher waren, wie heute. Und das aus diesem Grund auch mediterrane Gewächse in unseren Breitengraden eingeführt werden konnte. Im Hortulus des Walahfrid Strabo finden sich Kräuter, die seit langen Zeiten zu Heilzwecken angebaut wurden, wie z.B. der Schlafmohn, aber auch die Gewächse, die sich in der Capitulare de Villis (Anbauverordnung) von Karl des Großen finden.

So ist dieses Buch ein wahrer Schatz, für denjenigen, der sich auf die Spurensuche nach den Heilpflanzen aus dem Frühmittelalter machen möchte. Denn ein Hortulus war der Heilfpflanzengarten und kein Gemüsegarten. Hans-Dieter Stoffler ist es sehr gut gelungen, das Gedicht des Walahfrid Strabo für den Leser verständlich und nachvollziehbar zu übersetzen. Selbstverständlich findet sich das Gartengedicht in lateinischer und deutscher Sprache auch in diesem Buch!

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