Baldrianwurzel - Räucherpflanze und Anwendung

 

Botanischer Name    
Valeriana officinalis
Familie                         
Valerianaceae - Baldriangewächse

Inhaltsstoffe

Geringe Mengen Valepotriate, ätherisches Öl, Bizyklische Sesquiterpene und Alkaloide. Das ätherische Öl besteht aus Monoterpenen, Sesquiterpenen, Monoterpenolen, Ketonen, Ester, Oxiden und Säuren.

Über das ätherische Öl des Baldrians lesen Sie in der Enzyklopädie der Düfte!

Über den Wohlgeruch

Dem Namen nach kennt die Pflanze fast jeder, aber kaum jemand weiß, wie sie aussieht, dabei gehört sie zu unserer einheimischen Flora. Baldrian ist eine kräftige, ausdauernde Pflanze, die bis 1 m hoch werden kann. Sie hat weiße Blütendolden und ihre Blütezeit ist von Juni bis August. Man findet Baldrian auf sehr feuchten Wiesen, an Flussufern, in feuchten Wäldern, an trockenen Dämmen und auf Schuttplätzen.

Seine Wirkung auf Katzen ist legendär, Katzenkraut, Tollerjahn sind nur einige Namen, die auf seine Wirkung hinweisen. Allerdings lassen sich die Stubentiger nur dann zum großen wollüstigen Treiben verleiten, wenn die Wurzel aus dem Boden schaut. Ist die Baldrianwurzel aber im Garten gut mit Erde bedeckt, lässt der Rest der Pflanze die Katzen kalt. Erst wieder im Herbst, wenn man die Wurzel ausgräbt, lassen sich die Katzen von dem aromatischen Wurzelstock anlocken. Man sollte deshalb beim Ausgraben darauf achten, das entstandene Bodenloch wieder mit frischer Erde aufzufüllen, damit im Boden verbliebene Wurzelteile nicht für die Samtpfoten zum Fest werden.

Baldrian lässt sich gut im Garten ziehen, stellt keine großen Ansprüche an den Boden und liebt einen feuchten Standort. Im Gemüsegarten fördert er das Wachstum und Gedeihen der anderen Gemüsesorten und zieht Regenwürmer magisch an. Er kann aber auch die Blühkräfte anderer Pflanzen verlängern. Für selbstgemachte Baldrianzubereitungen, wie Tinkturen, gräbt man die Wurzel im 2. Jahr aus.

Von der Heilwirkung der Baldrianwurzel

Sein botanischer Name leitet sich vom lateinischen Wort “valere” ab, was einfach kräftig sein, sich wohl befinden, gesund und wert sein bedeutet. In der englischen Sprache wird der Baldrian als “all heal” (Allesheiler) bezeichnet. Er gehört zu den klassischen Mittel bei Schlaflosigkeit, zur Entspannung, bei vielen körperlichen Leiden und gilt in der Volksmedizin als Nerven- und Beruhigungsmittel. Dafür wird er hat sich als Tee, Tinktur und homöopathisches Mittel bewährt. Aber Baldrian wurde im Mittelalter nicht nur als Schutz vor der Pest und Seuchen, sondern sogar als Liebesmittel gehandelt. Dafür wurde er als Amulett um den Hals getragen, gekaut oder verräuchert.

Baldrianwurzel zum Räuchern

Der Rauch der Baldrianwurzel ist extrem bitter-aromatisch und herb. Sie wird immer stark zerkleinert und man gibt sie nur in kleinsten Teilen Räuchermischungen bei.

Manchmal werden wir des Nachts von quälenden Träumen heimgesucht. Die Ursachen sind manchmal seelische Verletzungen, die wir nicht fassen können. Der Ursprung kann aber auch in früheren Leben liegen, denn im Schlaf kann die Seele auf Wanderschaft in Zukunft und Vergangenheit gehen. Aber auch der stressige Alltag hinterlässt in unserer Nachtruhe seine Spuren. Schon in alter Zeit half die Mondwurz gegen die Dämonen der Finsternis, die heute Schlaflosigkeit, Stress und Nervosität heißen.

Ihr Rauch vermittelt Geborgenheit und begleitet gestresste Menschen in die Nacht. Sie schenkt dem Nervösen Harmonie und Geborgenheit, gibt bei Überforderung neue Kraft und Mut und lässt die Tretmühle unserer Gedanken zur Ruhe kommen. So können wir endlich abschalten und erholsamen Schlaf finden.

Verantwortlich dafür ist ein Inhaltsstoff, die Isovaleriansäure, die beim Trocknen der Wurzel freigesetzt wird. Dieser Stoff gibt der getrockneten Wurzel den eigentümlichen Geruch, der nicht nur den Katzen die Sinne raubt. Isovaleriansäure kommt auch in den menschlichen Hautgerüchen vor und suggeriert so menschliche Wärme. Dies ist besonders hilfreich in schwierigen Lebenssituationen, wenn man sich einsam und verlassen fühlt.

Ebenso fördert der Seelentröster Baldrian unseren Mut, Willensstärke und Ausdauer, um unseren Lebensweg beschreiten zu können. Aber auch in Krisenzeiten, wenn wir uns überfahren fühlen oder das Gefühl haben, uns nicht zur Wehr setzen zu können, stärkt das Elfenkraut unseren Ausdruck und gibt uns die Tapferkeit uns durchzusetzen. Aber auch um Glück und Erfolg anzuziehen, wird das Elfenkraut in Mischungen verräuchert.

Astrologische Zuordnung

Baldrianwurzel gehört zu den Räucherpflanzen des Mondes. Sie unterstützen unsere mystische, unbewusste und weibliche Seite und verbindet uns mit den Kräften des Mondes. Der Mond steht seit alters her für den Instinkt, die Intuition und die magischen und geheimnisvollen Seiten unseres Lebens. Er ist das Symbol der großen Mutter, der Mondin (vgl. lat. "Luna" - Weiblich), die unsere dunklen Seiten beherrscht. Eine Mondräucherung kann dazu beitragen, dass wir Dinge und Situationen, die geschehen, einfach annehmen oder auch loslassen können.

Die Zuordnung der Baldrianwurzel im Tierkreiszeichen ist der Krebs. Menschen dieses Zeichens schätzen Wärme, Geborgenheit und haben einen ausgeprägten Familiensinn. Sie sind empfindsam, hilfsbereit, fantasievoll und verträumt. Und so kann eine Krebsräucherung dazu beitragen, dass wir unsere eigenen Gefühle wahrnehmen, auf unsere Emotionen hören und achten und Vertrauen in unsere Fähigkeiten stärken.

Rituelle Anwendung

Baldrian trägt den Namen des Lichtgottes Baldur, der für die Germanen der Gott des Lichtes, der Reinheit und der Güte war.

In der germanischen Mythologie war er auch die Gerte der Göttin Hertha, die sie benutzte, wenn sie auf ihrem Hirsch durch den Wald ritt. Der Baldrian stellt hier die besänftigenden Kräfte dar, mit denen man wilde Tiere zähmen konnte. Und so zähmt der Baldrian auch unser wildes Gemüt, unsere Nervosität und Anspannung.

Durch seinen herb-aromatischen Rauch gilt das Elfenkraut seit jeher als Schutz gegen die schwarze Magie und im mittelalterlichen Volksglauben verwendete man den Baldrian zum Ausräuchern des Teufels und der Hexen. Vielleicht aus diesem Grund war er aber auch eine beliebte Zutat der Hexen- und Flugsalben.

Räuchermischungen für die Seele

Keltische Jahreskreismischung Lugnasad

1 Teil Johanniskraut
1 Teil Baldrianwurzel
1 Teil  Wermut
1 Teil Tausendgüldenkraut
1 Teil Beifuss
1 Teil Königskerzenblüten
1 Teil  Arnikablüten
1 Teil Ringelblumenblüten
1 Teil Eisenkraut

Die Kräuter zwischen den Handflächen zerreiben, die Baldrianwurzel mit einem Messer zerkleinern, mischen und prisenweise verräuchern.

Lugnasad war die Zeit, den Kräuterbuschen zu binden. Ein Brauch, der sich in vielen ländlichen Regionen noch erhalten hat und jetzt wieder neu auflebt. Viele sammeln Blumen aus dem Hausgarten, Heilkräuter, Getreide und Früchte und binden diese zu einem bunten Strauch, der auf den Altar gestellt und mit einem Segensgebet geweiht wird.

In früheren Zeiten war der Kräuterbuschen eine heilige Hausapotheke mit großer Kraft. Nur deshalb bestand die Anzahl an Pflanzen im Buschen aus einer bestimmten Anzahl an heiligen und magischen Zahlen. Es mussten mindestens 9, 12, 15 oder 19 Pflanzen darin sein. Es gab allerdings auch mächtige Buschen mit 77 verschiedenen Kräutern. Gerade die Zahl 9 ist eine uralte magische Zahl. Denn in der Zahlenmagie symbolisiert die Neun den göttlichen Ursprung und die Vollendung. So steht die Sonne im August in ihrer Vollendung am Himmel und die Kräuter besitzen nun ihre vollendete sonnengereifte Kraft.

Der Kräuterbuschen wurde nach der Segnung nach Hause getragen und bekam seinen Platz in der guten Stube, wo er für alle sichtbar war. Er wurde mit den Blüten nach unten aufgehängt und konnte so trocknen. Damit wurde dann nicht nur bei heftigen Unwettern, Verzauberungen, Beschreiungen, sondern auch für eine glückliche Ehe, Kindersegen oder eine bevorstehende Geburt etwas abgezupft und verräuchert. Ebenso gab man den Tieren auf dem Hof etwas vom Kräuterbuschen ins Futter, damit sie vor Krankheiten und Verschreien geschützt waren.

 

Die ausführliche Beschreibung unserer Räuchermischung “Lugnasad” lesen Sie hier!

 

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Weiterführende Publikationen

Tagar (indischer Baldrian) - Räucherpflanze und Anwendung

Baldrian - Ätherisches Öl und Anwendung

Lugnasad - Geweihte Kräuter und Feuerfeste

 

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