Beifuß - Räucherpflanze und Anwendung

 

Botanischer Name
Artemisia vulgaris L.
Pflanzenfamilie  
Asteraceae - Korbblütengewächse

Inhaltsstoffe

Bitterstoffe und ätherisches Öl. Das ätherische Öl besteht aus Monoterpenketonen (70 % Thujon) und Oxiden und wird in der Aromamedizin nicht verwendet.

Über den Wohlgeruch

Der Beifuß ist eine ausdauernde Pflanze, die eine Höhe bis 1,50 m erreicht. Rispig verästelte, unten verholzte, oft bräunlich oder rötlich verfärbte Stängel tragen fieder- und lanzettartige Blätter, die auf der Oberseite kahl und dunkelgrün gefärbt, auf der Unterseite weißfilzig behaart sind. Die Blütenköpfchen mit gelben oder rötlichen Einzelblüten stehen in ährenartiger Anordnung.

Die Blütezeit ist von Juni bis September. Zur Blütezeit werden die oberen Triebspitzen geschnitten, gebündelt und zum Trocknen an der Luft mit den Blüten nach unten aufgehängt.

Von der Heilwirkung des Beifußes

Beifuß war Bestandteil der weiblichen Mysterien in der gesamten Welt. Er wurde verwendet, um die Fruchtbarkeit anzuregen, die Geburt zu erleichtern, die Nachgeburt zu fördern, Menstruationsschmerzen zu lindern, bei ausbleibender oder schwacher Menstruation, aber auch, um in hoher Dosierung abzutreiben. Beifuß darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Besonders hilfreich ist der Beifuß bei allen Erkrankungen der Unterleibsorgane, die durch Kälte entstanden sind. Hier nimmt man am besten abends ein Beifußbad.

Beifuß hat auch eine beruhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem und bei Schlafstörungen. Hier hilft meist ein einfaches Kräuterkissen, gefüllt mit getrockneten Beifussblüten.

Als Gewürz bei fetten Speisen ist Beifuß legendär. Aufgrund der Bitterstoffe und des ätherischen Öles regt das Gewürz die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und verbessert so die Bekömmlichkeit des fetten Gänsebratens. Als Gewürz wird Beifuß frisch oder getrocknet verwendet. Man verwendet die obersten Blütenrispen, kurz bevor sie aufgehen. Er passt gut zu Kartoffelgerichten, Bohnensuppe, Kohlgerichten, Saucen, Fleisch-, Fisch- und Geflügelgerichten, aber auch zu Pilzen.

Beifuß zum Räuchern

Beifuß wird seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte verräuchert und gilt aufgrund seiner Inhaltsstoffe als bewusstseinserweiternde Räucherpflanze, wobei dies nicht auf alle Artemisiaarten zutrifft. Der europäische Beifuß darf nicht mit dem Räucherstoff der Indianer verglichen werden, denn der Steppenbeifuß hat eine andere Wirkung.

Der europäische Beifuß (Artemisia vulgaris L.) enthält bis zu 70 % das ätherische Öl Thujon, den Inhaltsstoff, der als "grüne Fee" im Absinth für die Wirkung verantwortlich war. Deswegen erhielt er auch den Beinamen "wilder Wermut". Sein aromatischer Rauch stimuliert, wärmt, entspannt, bringt wieder viel Licht in düstere Stimmungen und fördert die Intuition.

Er vermittelt uns Selbstvertrauen, Mut und Zuversicht und stellt uns in schwierigen Zeiten wieder machtvoll auf die Füße. Dabei können wir mit unseren Kraftreserven in Verbindung treten. Ängste werden sanft aufgelöst und er gibt Schutz, wenn man sich mutlos, einsam und verlassen fühlt.

Beifußräucherungen eignen sich sehr gut für Situationen im Leben, die eine Entscheidung fordern und einen Wendepunkt darstellen. Mit seiner Hilfe kann man das Alte zurück- und loslassen. Die Selbstheilungskräfte können aktiviert werden und er schafft einen geschützten sakralen Raum, in dem sich die guten Geister, Pflanzendevas und Engel manifestieren können.

Mit Beifuß wurde traditionell in Haus und Stall geräuchert, besonders zur Sommer- und Wintersonnenwende. Mit ihm kann man sehr gut Räume reinigen und segnen, da er keine negativen Schwingungen duldet. So ist er ein ganz starkes Schutzmittel vor allen negativen Einflüssen. Sein Rauch reinigt und desinfiziert die Luft in unseren Räumen und schafft so eine klare und gesunde Atmosphäre, mit der wir unsere Widerstandskraft erhöhen und Krankheiten vorbeugen können. Aber auch um Heilgegenstände, Amulette und Edelsteine einzuweihen, energetisch aufzuladen und zu segnen wird sein Rauch verwendet.

Mit einer Beifußräucherung können wir zu mehr Selbsterkenntnis gelangen um unsere Ziele im Leben besser wahrnehmen zu können. Beifuß wurde schon immer für Visionsräucherungen verwendet, aber nicht, um schöne Träume zu erleben, sondern um Klarsicht darüber zu erlangen, welchen Weg wir in unserem Leben einschlagen müssen, um spirituell weiterwachsen zu können. Er kann unsere Intuition vertiefen, das alte Wissen in uns ins Bewusstsein bringen und in Visionen neue Möglichkeiten aufzeigen.

Astrologische Zuordnung

Beifuß ist im Tierkreiszeichen dem Löwen zugeordnet. Menschen dieses Zeichens besitzen ein starkes Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und haben Führungsqualitäten. Sie können begeistern, dynamisch, willensstark und risikofreudig sein. Und so kann eine Löweräucherung dazu beitragen, dass wir selbstbewusster und souveräner reagieren, unser Handlungs- und Durchsetzungsvermögen stärken und uns so akzeptieren können, wie wir sind.

Beifuß gehört zu den Räucherpflanzen der Sonne. Er unterstützt unsere vollkommene, individuelle und kraftvolle Seite und verbindet uns mit den Kräften der Sonne. Die Sonne steht für die Selbstverwirklichung, das Lebenskonzept und den "roten" Faden in unserem Leben. Sie ist das Symbol des Lebensspenders und des Samens (vgl. lat. "sol" - männlich), da ohne sie kein Leben möglich wäre. Eine Sonnenräucherung kann dazu beitragen, dass wir unser inneres Feuer wieder entfachen und Kraft und Mut gewinnen können.

Rituelle Anwendung

Rituell wird der Beifuß in der gesamten alten Welt, von der Atlantikküste bis ins Reich der aufgehenden Sonne, ähnlich verwendet werden. Mit ihm wird geräuchert, geheilt, der Mut der Krieger beschworen, Donnergötter verehrt, heilige Gegenstände geweiht und Besen gefertigt, um damit sakrale Orte zu fegen.

Wie in Asien wird er in Europa als Schutz gegen Dämonen verwendet. Im ganzen Mittelmeerraum war in der Antike die Pflanze der Göttin Artemis geweiht, daher der Gattungsname Artemisia. Sie ist die Herrin der wilden Tiere, die ungebundene Jägerin, die jenseits der schützenden Mauern der Zivilisation in der Wildnis ihr Unwesen treibt. Außerdem ist sie die Schutzgöttin der Geburt und der Hebammen. Die Geburtshilfe kennt heute noch die sogenannte "Moxation". Die Hebamme entzündet eine Beifußzigarre, die an einem bestimmten Punkt am Fuß einer Schwangeren angesetzt wird. Auf diese Weise werden viele Babies noch heute in die richtige Geburtslage, nämlich mit dem Kopf nach unten, gebracht.

Für die germanischen Stämme galt der Beifuß wohl als die mächtigste aller Pflanzen. Die Kelten nannten den Beifuß “Bricumum” (keltisch briga, brigo = Macht, Kraft). Als Mugwurz oder Machtwurz war er der Göttin Brigit, der Machtvollen, geweiht.

Thor, der germanische Donnergott, besaß den Zaubergürtel Megingjardr, den ihm die Zwerge aus Beifußruten gewoben hatten. Mit diesem Gürtel aus Beifuß konnte er seine Kraft verdoppeln, nicht nur Kraft, um seine gefährlichen Reisen und Kämpfe zu bestehen, sondern auch seine erotische Kraft. Wer sich so stärken wollte, konnte sich also einen Beifußgürtel umbinden. Dies funktionierte aber nur, wenn man sich am Tag der Sommersonnenwende den Gürtel flocht.

Aber nicht nur zur Sommersonnenwende, sondern auch zur Wintersonnenwende war der Beifuß eine sakrale Pflanze. Die zwölf Rauhnächte galten wie die zwölf Mittsommernächte als magische Zeiten, in denen die Geisterwelt in die Welt der Menschen hereinbricht. Mit ihm wurde während dieser magischen Nächte in Haus und Stall geräuchert. Ebenso wird noch heute die Weihnachtsgans traditionell mit Beifuß ausgerieben und gewürzt. Auch dies ist noch ein Brauch aus alter mythologischer Zeit.

So schreibt Wolf-Dieter Storl in seinem Buch "Pflanzen der Kelten": "Die Gans ist ein uraltes Symbol für die abnehmende und zunehmende Kraft der Sonne. Sie kündigt im Frühling die Sonne an und im Herbst den Winter. In der ägyptischen Mythologie ist es eine Gans, die das Weltenei legt, aus dem die Sonne (Aom-Re) schlüpft. Ebenso ist sie das Symbol für den Schamanenflug, in dem Zauberer, Schamanen und Hexen in die jenseitige Welt fliegen, um Kontakt mit Ahnen, Geistern und Göttern aufzunehmen. Hierzu wurden Flugsalben bereitet und eine Gans zeremoniell geopfert. Das heilige Tier wurde mit Beifuß ausgerieben und beräuchert. Aus dieser Weihegans wurde die Weihnachtsgans, die Martinsgans und ebenso eine Abgabe der Bauern an ihre Feudalherren."

Eine dermaßen wichtige Pflanze wurde mit einem besonderen Ritual gesammelt. Marcellus Empiricus berichtet, dass die Gallier die Machtwurz in sakraler Nacktheit vor Sonnenaufgang angingen und das Kraut mit der linken Hand brachen.

Räuchermischungen für die Seele

Energetische Schutzräucherung

1 Teil Beifuß
2 Teile Weihrauch
1/2 Teil Drachenblut
1 Teil Lavendelblüten
1 Teil Kampher
1 Teil Thymian

Weihrauch und Kampher im Mörser zerkleinern, Beifuß, Lavendelblüten und Thymian zwischen den Handflächen zerreiben, das gemahlene Drachenblut darübergeben, mischen und prisenweise verräuchern.

Negative Einflüsse sind immer schwer fassbar, da sie sich auf der energetischen, also nicht sichtbaren, Seite abspielen und ihre Wahrnehmung meist nur durch Emotionen erfahren wird. Mit dieser Mischung erfahren wir Schutz, Klärung und Bewusstwerdung in belastenden Situationen und können ebenso wirkungsvoll unsere Räumlichkeiten energetisch reinigen.

Die ausführliche Beschreibung unserer “Energetischen Schutzräucherung” lesen Sie hier!

 

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Imbolc - Ein Licht in der Dunkelheit

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Lugnasad - Geweihte Kräuter und Feuerfeste

 

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